Die Meisterprüfung

Sie ist die wichtigste Fortbildungsprüfung im Handwerk. Sie belegt den Erfolg eines Meisterlehrgangs und ist ein Qualitätssiegel für Unternehmer/innen und Führungskräfte im Handwerk. Viele Lehrlinge stehen allerdings vor der großen Herausforderung, die Kosten für die Meisterausbildung und die Prüfung aufzubringen. Dazu kommt die Angst, die Prüfung nach all den Mühen dann doch nicht zu bestehen. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über die verschiedenen Möglichkeiten, welche Ihnen während der Meisterausbildung zur Verfügung stehen. 

 
Meister Bafög

Für einen Gesellen ist die beste Option zur Einkommenssteigerung natürlich, den Meister zu machen. Leider ist dieser mit Kosten verbunden, welche nicht von jedem Gesellen getragen werden können. Glücklicherweise gibt es das Meister-Bafög, welches seit 2016 Aufstiegs-Bafög genannt wird. Dieses soll finanziell schlechter dargestellten Lehrlingen die Möglichkeit geben, mit einem Meisterabschluss aufzusteigen. Mit dem Meister Bafög kann man bis zu 15.000€ als Unterstützung seiner Ausbildung dazu bekommen. Von diesem Geld muss man bei bestandener Meisterprüfung nur die Hälfte zurück bezahlen, die andere Hälfte ist ein Zuschuss und muss somit nicht zurückgezahlt werden. Stellt man allerdings einen Antrag auf Darlehenserlass, wird einem die Hälfte des Darlehens ebenfalls erlassen. Gründet man nach der Meisterausbildung seinen eigenen Betrieb, muss das Darlehen nicht zurückgezahlt werden und ist somit ein hundertprozentiger Zuschuss. 

 

Wann habe ich Anspruch auf eine Förderung? 

Ausschlaggebend hierfür ist, dass der angestrebte Abschluss über dem einer Facharbeiter,- Gesellen-/Gehilfenprüfung oder der eines Berufsfachschulabschlusses liegt. Dazu zählen beispielsweise: Handwerksmeister, Industriemeister, Erzieher, Techniker, Fachwirte und Betriebswirte. Es gibt keine Altersbegrenzung, um die Förderung zu erhalten. Auch für Personen, welche nicht in Deutschland geboren wurden, gibt es die Möglichkeit, eine Förderung zu erhalten. Diese müssen über einen dauerhaften Wohnsitz in Deutschland und eine Aufenthaltsgenehmigung verfügen. Aber Achtung, es werden nur Lehrgänge von zertifizierten Anbietern gefördert. Diese müssen über ein umfangreiches Qualitätssicherungssystem verfügen, um einen Anspruch auf die gewünschte Förderung zu haben. 

 

Meisterprüfung nicht bestanden, was jetzt? 

Wochen und Monate der Vorbereitung für diese eine Prüfung und dann das Ergebnis: Durchgefallen! Was nun? Fangen wir erstmal ganz von vorne an. In der Regel besteht die Meisterprüfung aus vier verschiedenen Bereichen: die Fachtheoretische Prüfung, die Fachpraktische Prüfung, die Rechtliche und Betriebswirtschaftliche Prüfung und die Arbeitspädagogische Prüfung. In der Regel müssen alle vier Prüfungen bestanden werden um die Meisterprüfung zu bestehen. Wird die Abschlussprüfung der Meisterausbildung bestanden, erhält der Handwerksmeister seinen Meisterbrief. Durch diesen kann man sich die Gründung eines eigenen Betriebes ermöglichen.

Nun aber zum eigentlichen Thema: Was passiert wenn man die Prüfung nicht besteht?

Es ist der Albtraum jedes Prüflings nach der langen und anstrengenden Vorbereitung nicht zu bestehen aber auch in diesem Fall ist noch nicht alles verloren. Die einzelnen Prüfungsteile lassen sich wiederholen und es gibt sogar die Möglichkeit, sich von einem der Teile freistellen zu lassen. Die Prüfungen können nach §22 der Meisterprüfungsverfahrensordnung genau drei mal wiederholt werden. Die Prüfung wurde offiziell nicht bestanden, wenn ein Prüfling einen Prüfungsteil vier mal nicht bestanden hat. Leider müssen die Kosten für die Prüfung erneut gezahlt werden, wenn diese nicht bestanden wurde. Auch bei Krankheit gibt es die Option, die Prüfung zu wiederholen. Wenn man zu spät zu einer Prüfung erscheint und sich erst danach von dieser abmeldet oder unentschuldigt fehlt wird das als Fehlversuch gewertet. 

Liegt ein "Wichtiger Grund" vor, kann auch hier davon abgesehen werden, an der Prüfung teilzunehmen. Ob dieser Grund ausreichend für eine Nichtteilnahme ist, entscheidet dann der jeweilige Prüfungsausschuss. 

Es zeigt sich, dass es immer Möglichkeiten und Wege gibt, sein Ziel – die Abgeschlossene Meisterprüfung – zu erreichen. Sowohl finanzielle Probleme als auch das nicht Bestehen der Prüfung sind kein K.O. Kriterium. 


Wir bei Plentific sind der Meinung, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Eine Prüfung nicht sofort bei dem ersten Versuch zu bestehen, ist genau so normal, wie finanzielle Unterstützung während der Ausbildung in Anspruch zu nehmen. Möchten Sie noch mehr in die Handwerker Welt eintauchen und sich über weitere spannende Themen informieren? Dann schauen Sie gerne bei unseren Blogbeiträgen vorbei.